Die Legende von Berta

«Die zeit, in der berta am spinnrad sass, ist vorbei»

Der Satz «Die Zeit, in der Berta am Spinnrad saß, ist vorbei» zeigt, dass günstige Gelegenheiten nur einmal vorkommen und nicht wiederholt werden können. Viele kennen dieses Sprichwort, aber was ist seine wahre Herkunft?

Die Erklärung findet sich in einer schönen Legende des elften Jahrhunderts, die sich direkt im Gebiet von Montegrotto Terme entwickelte.

Es wird gesagt, dass im Jahr 1084 Heinrich IV. von Deutschland, der auf dem Weg nach Rom war, um dort zum Kaiser gekrönt zu werden, mit seinem Gefolge eine Pause in Padua einlegte. In der verbündeten Stadt ging er zu den zur Krone loyalen feudalen Herren, um ihre Huldigung zu erhalten.

DIE KÖNIGIN BERTHA

Unter diesen waren die Herren von Montagnon (heute Montegrotto), in deren Ländern die Quellen des Thermalwassers waren, die seit der Römerzeit für ihre heilenden Eigenschaften bekannt sind. Hier fand das Treffen zwischen Königin Bertha di Savoia, Ehefrau von Heinrich IV., und einer jungen Bauersfrau namens Berta statt.

Die Tradition besagt, dass Raniero, der junge Mann, den Berta liebte, durch die Wachen des Feudalherrn verhaftet worden war, weil er nicht den zehnten Teil der Ernte, den er seinem Herrn schuldete, bezahlen konnte.

Der Turm Von Berta

Also trotzte Berta den sehr strengen Konventionen der Zeit und wartete auf die Prozession der Königin, um sich ihr zu Füßen zu werfen und sie zu bitten, Raniero zu retten. Als Zeichen ihrer Hingabe bot sie ein Knäuel Wolle, das sie gesponnen hatte, an.

Die Königin zeigte sich gerührt und begnadete Raniero. Berta erteilte sie so viel Land, wie der Faden des Knäuels, den sie als ein Geschenk angeboten hatte, umfassen konnte. Der Faden war lang genug, um den Hügel zu umgeben, der nahe dem Zentrum von Montegrotto Terme liegt. Auf dem Hügel wurde ein Turm gebaut, der «di Berta» genannt wurde. Nach dem Beispiel von Berta boten andere Bäuerinnen der Königin Wollknäuel an, aber diesen antwortete die Königin: «Die Zeit, in der Berta am Spinnrad saß, ist vorbei».